Städtepartnerschaftsaktionen zum 15. Geburtstag
Eine Gruppe Jugendlicher aus der russischen Partnerstadt Dzerhinsk nahm erfolgreich am Workshop-Projekt „Kunstwelten“ teil. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Bitterfelder Kunstvereins und der Jugendkunstschule „Kreativ“ präsentierten sie am 5. Oktober in den Räumlichkeiten des Kunstvereins, der im Kulturpalast sein Domizil hat, die bereits mit Spannung erwarteten Früchte ihrer Farbexperimente.
Unter der fachmännischen Anleitung der freischaffenden Malerin Suchra Gummelt aus Halle waren wunderschöne farbige Impressionen von Dzerzhinsk und Bitterfeld-Wolfen entstanden. So beeindruckten gewaltige moderne Häuserblocks, auf manchen Gemälden mit einer imposanten glitzernden eisigen Schneeschicht versehen ebenso wie das immer wieder kehrende Motiv der riesigen russischen Birken. Aber auch Ansichten von historischen Gebäuden in der Bitterfelder-Wolfener Innenstadt sowie die künstlerische Umsetzung von allgemeinen aktuellen Themen wie das des Umweltschutzes erzählten anschaulich vom großen Können der jungen Künstler. Ebenso interessant waren die Arbeiten der Körper- und Bewegungsstudien, die anlässlich von Ballettvorführungen und –proben entstanden waren.
Joachim Teichmann überbrachte der Delegation die besten Grüße und Wünsche der Oberbürgermeisterin und dankte dem Organisationsteam für die erfolgreiche Arbeit. Gemeinsam mit Lutz Jerofke übergab er Souvenirs, die die zwölf Mädchen und Jungen und ihre drei Begleiter noch lange an die schönen Tage ihres Aufenthaltes in Bitterfeld-Wolfen erinnern werden.
Für die 14 bis 18-jährigen russischen Nachwuchskünstler war die Reise nach Bitterfeld-Wolfen eine Auszeichnung. „Sie gehören zu unseren Besten“, so Juri Peschechonow, Direktor der Jugendkunstschule Dzerzhinsk. Und Kunsterzieherin Jewgenia Bajanowa, die im Gegensatz zum Direktor das erste Mal in Bitterfeld-Wolfen weilte, fügte hinzu, dass man komplizierte Freistellungsanträge für die Schülerinnen und Schüler eingereicht werden mussten. „Doch wir wissen, dass der Aufwand, den die Städte und deren Vereine betreiben, um die Städtepartnerschaft mit Leben zu erhalten, sich wirklich lohnt. Bereits seit acht Jahren gibt es diese Austausche zwischen unseren Jugendkunstschulen. Wir kennen uns. Wir respektieren unserer künstlicher Ansichten und Profilierungen und lernen voneinander“. Überschwänglich bedankte sich Delegationsleiter Peschechonow am Präsentationsabend, der gleichzeitig auch der Abschiedsabend war, bei Emilie Meißner vom Verein Kreativ und Annelie Hesse vom Förderkreis für Städtepartnerschaften. „Sie haben uns unter Ihre Fittiche genommen und dafür gesorgt, dass wir erfolgreich arbeiten und auch Land und Leute kennen lernen konnten“. Das Kompliment gaben beide dann auch gleich an die rührigen Vereinsmitglieder weiter. So habe sich Birgit Wielonek, Geschäftsführerin der Neubi und Vorstandsmitglied vom Förderkreis für Städtepartnerschaften, besonders um die Projektarbeit der Bemalung des Häuserdurchgangs in der Bitterfelder Kirchstraße eingesetzt und verdient gemacht, hob Hesse hervor. Und auch Emilie Meißner war des Lobes voll. „Alleine hätte ich das nicht schultern können“, dankte sie ihren Vereinskollegen für die umfangreiche Betreuungsarbeit. So sei es neben der Projektarbeit wieder gelungen, ein buntes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Besuchen in Dessau, Leipzig und Halle für die russischen Gäste auf die Beine zu stellen. Und natürlich habe man auch Bitterfeld-Wolfen von seiner besten Seite präsentiert und alle touristischen Anziehungspunkte der Stadt besucht.
In ihrer herzlichen Begrüßungsrede stellte Meißner fest, wie wichtig es sei, dass die Städtepartnerschaft von den Menschen gelebt werde.
Dabei sei die Kunst ein wichtiges Mittel im Austausch der Gedanken, Meinungen und Sichtweisen. Und sie bringe Beständiges und Überdauerndes hervor.
Durch die Straßen-Eingangsgestaltung im Ortsteil Bitterfeld hätten die Nachwuchskünstler aus Bitterfeld-Wolfen und Dzerzhinsk etwas Schönes und Bleibendes geschaffen, an dem man sich auch in Zukunft erfreuen werde.
Der Vorsitzende des Förderkreises für Städtepartnerschaften, Dietmar Mengel, wies auf weitere Maßnahmen in der Zusammenarbeit der beiden Städte hin. So seien noch in diesem Jahr, in dem die Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrages ihren 15. Jahrestag begeht, Reisen von Schülern der Helene-Lange-Schule sowie etwas später von einer offiziellen Delegation der Stadt nach Dzerzhinsk geplant. „Die Städtepartnerschaft lebt. Und wird noch viele weitere 15 Jahre bestehen bleiben“.
