IBA-Stadtumbau 2010

Mit der IBA Stadtumbau 2010 knüpft Sachsen-Anhalt an berühmte Vorbilder an: So propagierte in den 80er Jahren die IBA in Berlin die behutsame Stadterneuerung, in den 90er Jahren machte sich die IBA Emscher Park an die Umgestaltung von Industriefolgelandschaften im Ruhrgebiet. Mit der IBA Stadtumbau 2010 wird erstmals ein ganzes Bundesland zum Thema einer Internationalen Bauausstellung.
Die Städte von morgen können sich nicht mehr am Leitbild einer stetig wachsenden Stadt orientieren.
Urbane Lebensqualität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hängen nicht von einem Wachstum an Einwohnern und Flächenverbrauch ab, sondern vom qualitativen Wachstum zukunftsfähiger Branchen und Projekte: Weniger ist mehr. Das sind Leitgedanken der IBA Stadtumbau 2010, die im Auftrag der Magdeburger Landesregierung von der Stiftung Bauhaus Dessau und der Landesentwicklungsgesellschaft SALEG gemeinsam organisiert wird. Die Internationale Bauausstellung Stadtumbau in Sachsen-Anhalt 2010 versteht sich als "Labor", in dem verschiedene "Werkzeuge" des Stadtumbaus exemplarisch zur Erprobung und Anwendung kommen.
Voraussetzung für die Mitwirkung an der IBA ist, dass die beteiligte Stadt sich ein erkennbares Profil erarbeitet, das auf die Stärkung und Nutzung ihrer originären wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Potentiale setzt und gleichzeitig als Leitlinie der künftigen baulich-räumlichen Entwicklung der Stadt dienen kann. Vor diesem Hintergrund bearbeitet jede IBA-Stadt ein Thema des Stadtumbaus, das für den Gesamtprozess relevant sein muss und dessen Ergebnisse auf andere Städte übertragbar sein sollen.
15 Städte mit einer großen Vielfalt von Themen sind derzeit an der IBA beteiligt. Über die Teilnahme der Städte und ihre jährliche Evaluation entscheidet der IBA-Lenkungsausschuss unter dem Vorsitz des Bauministers. Vorsitzender des IBA-Kuratoriums aus Vertretern von Bundes- und Landesregierung, Verbänden, Kammern und unabhängigen Fachleuten ist Ministerpräsident Prof. Dr. Böhmer.
Die IBA ist kein Förderprogramm. Die Landesregierung fördert Vorhaben im Rahmen der IBA prioritär aus den vorhandenen Programmen.
Über die Arbeit in den einzelnen Städten hinaus organisiert die IBA den Informations- und Meinungsaustausch über vielfältige Aspekte des Stadtumbaus: durch internationale Kolloquien, Fachveranstaltungen und durch das IBA-Städtenetz aus allen 44 "Stadtumbaustädten" in Sachsen-Anhalt.
Thema: Netzstadt Bitterfeld-Wolfen
Wie kann in Zeiten geringerer Einwohnerzahlen, knapper finanzieller Ressourcen und überdimensionierter Infrastruktur das System Stadt handlungsfähig bleiben? Das vernetzte Handeln als Region und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen gehört für die IBA zu den Existenzgrundlagen der zukünftigen "schlanken Stadt". Der Gedanke "Weniger ist mehr" als Leitprinzip des Stadtumbaus bedeutet auch, dass verzichtbare Parallelstrukturen in benachbarten Städten aufgegeben werden, dass Synergieeffekte durch enge Kooperationen erreicht werden und dass Lebensqualität durch regionalisierte urbane Strukturen gesichert wird. Das gemeinsame IBA-Thema in Bitterfeld und Wolfen setzt diesen Ansatz exemplarisch um.
http://www.iba-stadtumbau.de
