Würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.
Die Stadt Bitterfeld-Wolfen erinnerte anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Holocaust und der Zwangsarbeit vor dem Gedenkstein der Verfolgten des Naziregimes auf dem Bitterfelder Friedhof. Bürgermeisterin Heike Krauel als Stellvertreterin des Oberbürgermeisters Armin Schenk, Repräsentanten der Kommunalpolitik, Schülerinnen und Schüler des Europagymnasiums „Walther Rathenau“ Bitterfeld und des Heinrich-Heine-Gymnasiums Wolfen sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bitterfeld-Wolfen versammelten sich vor dem Denkmal, welches sich bereits seit 75 Jahren auf dem Bitterfelder Friedhof befindet. Anlässlich der Gedenkstunde legte Bürgermeisterin Heike Krauel einen Kranz nieder. Auch viele der Teilnehmenden legten Blumen nieder, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern.
Hintergrund: Auschwitz steht wie kaum ein anderer Ort für die Vernichtung von Millionen Menschen durch das nationalsozialistische Regime. Vor 81 Jahren befreiten damals sowjetische Soldaten die beiden Konzentrations- und Vernichtungslager.
„Als die Soldaten der Roten Armee die KZs erreichen, waren die meisten Deutschen geflohen und hinterließen viele gesprengte Gebäude und kilometerlange, kaum überwindbare Stacheldraht- und Elektrozäune. Viele der etwa 7.500 dort verbliebenen Häftlinge befanden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand, etwa 600 waren nicht mehr am Leben. Zehntausende Paar Schuhe, Hunderttausende Kleider und Anzüge sowie mehr als sieben Tonnen Menschenhaare werden gefunden. Allein in Auschwitz waren mehr als 1 Million Menschen zwischen März 1942 und November 1944 in einem beispiellosen Vernichtungswillen gleich nach ihrer Ankunft mit Giftgas ermordet und ihre Leichen verbrannt worden. Die meisten der Opfer waren Juden“, so die Bürgermeisterin in ihrer Gedenkrede.
Heike Krauel betonte, dass Juden in Sachsen-Anhalt Antisemitismus im Alltag in verschiedenen Formen erleben: „Es gibt leider immer noch den Antisemitismus von rechts, da werden jüdische Friedhöfe geschändet, Gräber beschmiert. Oder es werden Stolpersteine gestohlen, wie 2024 in Zeitz und in Magdeburg. Auch in Bitterfeld liegen vier Stolpersteine vor der Burgstraße 40 in Gedenken an Familie Nussbaum, die dort ein Geschäft führte. Die Zahl antisemitischer Vorfälle ist deutlich gestiegen. Davon dürfen wir uns nicht schulterzuckend abwenden.“
Während des Nationalsozialismus gab es um Bitterfeld kein zentrales Vernichtungslager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Aber es existierten sechs Arbeitslager in der Nähe der Säurekreuzung und im heutigen Chemiepark-Areal, die anfangs unter der „Lagergemeinschaft Marie“ zusammengefasst waren. Als Standorte wurden ausgekohlte und teilweise verfüllte Tagebaulöcher der Braunkohlengruben ausgewählt.
Unterhalb des Areals des Gedenksteins für die Verfolgten des Naziregimes sind 51 reale Bestattungen erfolgt. Es handelt sich um unbekannte ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus dem Lager Marie, unbekannte KZ-Häftlinge aus dem Lager Buchenwald, die bei einem Todesmarsch gestorben sind und teilweise namentliche bekannte Bürger verschiedener Nationen.
Sie starben zwischen 1933 und April 1945. Ihre Namen und Lebensdaten sind auf einer großen Granitplatte im Boden eingelassen. Die genaue Lage der Gräber ist allerdings nicht bekannt.
Auch die jüngere Generation setzt sich für die aktive Erinnerung an das Kriegsgrauen ein. Die Schülerinnen und Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums rezitierten ein Gedicht und appellierten: „Hinter diesen Namen stecken Menschen mit Träumen und Zielen, so wie wir. Deshalb ist es wichtig, hier zu stehen und zu gedenken. Denn Gedenken heißt nicht, in der Vergangenheit stehenzubleiben, sondern aus ihr zu lernen.“ Auch die EU-Juniorbotschafterinnen und -botschafter des Europagymnasiums „Walther Rathenau“ Bitterfeld gedachten den Opfern des Holocaust mit einem Gedicht.
Musikalisch wurde die Gedenkveranstaltung von Fred Scheiter, Lehrer an der Musikschule „Gottfried Kirchhoff“, an der Trompete umrahmt.
Stab Öffentlichkeitsarbeit/Marketing
Hintergrund: Auschwitz steht wie kaum ein anderer Ort für die Vernichtung von Millionen Menschen durch das nationalsozialistische Regime. Vor 81 Jahren befreiten damals sowjetische Soldaten die beiden Konzentrations- und Vernichtungslager.
„Als die Soldaten der Roten Armee die KZs erreichen, waren die meisten Deutschen geflohen und hinterließen viele gesprengte Gebäude und kilometerlange, kaum überwindbare Stacheldraht- und Elektrozäune. Viele der etwa 7.500 dort verbliebenen Häftlinge befanden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand, etwa 600 waren nicht mehr am Leben. Zehntausende Paar Schuhe, Hunderttausende Kleider und Anzüge sowie mehr als sieben Tonnen Menschenhaare werden gefunden. Allein in Auschwitz waren mehr als 1 Million Menschen zwischen März 1942 und November 1944 in einem beispiellosen Vernichtungswillen gleich nach ihrer Ankunft mit Giftgas ermordet und ihre Leichen verbrannt worden. Die meisten der Opfer waren Juden“, so die Bürgermeisterin in ihrer Gedenkrede.
Heike Krauel betonte, dass Juden in Sachsen-Anhalt Antisemitismus im Alltag in verschiedenen Formen erleben: „Es gibt leider immer noch den Antisemitismus von rechts, da werden jüdische Friedhöfe geschändet, Gräber beschmiert. Oder es werden Stolpersteine gestohlen, wie 2024 in Zeitz und in Magdeburg. Auch in Bitterfeld liegen vier Stolpersteine vor der Burgstraße 40 in Gedenken an Familie Nussbaum, die dort ein Geschäft führte. Die Zahl antisemitischer Vorfälle ist deutlich gestiegen. Davon dürfen wir uns nicht schulterzuckend abwenden.“
Während des Nationalsozialismus gab es um Bitterfeld kein zentrales Vernichtungslager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Aber es existierten sechs Arbeitslager in der Nähe der Säurekreuzung und im heutigen Chemiepark-Areal, die anfangs unter der „Lagergemeinschaft Marie“ zusammengefasst waren. Als Standorte wurden ausgekohlte und teilweise verfüllte Tagebaulöcher der Braunkohlengruben ausgewählt.
Unterhalb des Areals des Gedenksteins für die Verfolgten des Naziregimes sind 51 reale Bestattungen erfolgt. Es handelt sich um unbekannte ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus dem Lager Marie, unbekannte KZ-Häftlinge aus dem Lager Buchenwald, die bei einem Todesmarsch gestorben sind und teilweise namentliche bekannte Bürger verschiedener Nationen.
Sie starben zwischen 1933 und April 1945. Ihre Namen und Lebensdaten sind auf einer großen Granitplatte im Boden eingelassen. Die genaue Lage der Gräber ist allerdings nicht bekannt.
Auch die jüngere Generation setzt sich für die aktive Erinnerung an das Kriegsgrauen ein. Die Schülerinnen und Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums rezitierten ein Gedicht und appellierten: „Hinter diesen Namen stecken Menschen mit Träumen und Zielen, so wie wir. Deshalb ist es wichtig, hier zu stehen und zu gedenken. Denn Gedenken heißt nicht, in der Vergangenheit stehenzubleiben, sondern aus ihr zu lernen.“ Auch die EU-Juniorbotschafterinnen und -botschafter des Europagymnasiums „Walther Rathenau“ Bitterfeld gedachten den Opfern des Holocaust mit einem Gedicht.
Musikalisch wurde die Gedenkveranstaltung von Fred Scheiter, Lehrer an der Musikschule „Gottfried Kirchhoff“, an der Trompete umrahmt.
Stab Öffentlichkeitsarbeit/Marketing