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Stadt Bitterfeld-Wolfen rückt beim ADFC-Fahrradklimatest nach vorne.

Für Bitterfeld-Wolfen sind es sehr gute Nachrichten: Die Stadt erreicht Platz 1 unter den vergleichbaren Kommunen im Bundesland. Innerhalb von Sachsen-Anhalt liegt Bitterfeld-Wolfen mit dem Wert von 3,60 unter den vergleichbaren Städten auf dem ersten Platz vor Bernburg (3,63), Wittenberg (3,79), Köthen (4,03), Zerbst (4,29) und Sangerhausen (4,45).

Auch im bundesweiten Vergleich rückt Bitterfeld-Wolfen nach vorne: Für die Teilnahme bei den Städten von 20.000 bis 50.000 Einwohnern war ein Rücklauf von mindestens 50 Antwortbögen notwendig, 58 wurden für Bitterfeld-Wolfen abgegeben. In der Gruppe dieser Städte erreichte Bitterfeld-Wolfen mit einer Gesamtbewertung von 3,60 im bundesweiten Vergleich einen Platz im vorderen Feld (Platz 73 von 415). Dies stellt im Vergleich zu 2018, als die Stadt 3,97 erreichte, einen stark verbesserten Wert dar. Zum Vergleich: Die beste Stadt in der vergleichbaren Größenklasse ist Baunatal (Hessen) mit einem Wert von 2,39 und die am schlechtesten bewertete ist Kulmbach (Bayern) mit 4,72.

Die Stärken von Bitterfeld-Wolfen als radfahrfreundliche Kommune sind nach Aussagen der Befragten unter anderem, dass man in der Stadt zügig Rad fahren kann und das Stadtzentrum gut erreichbar ist. Positiv wird auch bewertet, dass viele Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnet sind. Im Vergleich mit anderen Städten schneiden die Ampelschaltungen, die Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln und die Falschparkerkontrolle auf Radwegen positiv ab.

Die Stadtverwaltung von Bitterfeld-Wolfen bewertet den Fahrradklimatest wie folgt: „Das Ergebnis und die erreichte Teilnehmerzahl zeigt den hohen Stellenwert, den Radfahren in der Stadt besitzt und zwar nicht nur als reines Schüler- oder Freizeitverkehrsmittel, sondern auch für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder der Fitness wegen“, sagt der stellvertretende Oberbürgermeister Stefan Hermann und fügt an: „Die Ergebnisse der Umfrage stellen dabei eine aus Radfahrersicht kritische, aber durchaus objektive Einschätzung der Radverkehrssituation in Bitterfeld-Wolfen dar, wobei einige Bewertungen vielleicht schlechter ausfallen, als sie sich aus Sicht der Straßenbaulastträger bzw. der Stadtverwaltung im Gesamtzusammenhang darstellen.“ Die Verbesserung der Bewertung gegenüber 2018 lasse sich damit begründen, dass in den letzten Jahren einige Baumaßnahmen durchgeführt wurden, die positiv zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur in der Stadt beitrugen, so z.B. der Umbau des Bahnhofs Wolfen sowie der Ausbau von Verbindungsstraße, Dessauer Straße, Anhaltstraße und Am Elektronsportplatz. Dazu kam die Erarbeitung eines Radverkehrskonzeptes und der Beitritt zur „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen in Sachsen-Anhalt“ sowie eine verbesserte Wegweisung an der Goitzsche. „Der Fahrradklimatest kann als Seismograph dazu dienen die kritischen Bewertungen einer genaueren Analyse zu unterziehen und zusammen mit den anderen Straßenbaulastträgern, den Verkehrsbehörden, der Polizei und den politischen Entscheidungsträgern gezielt auf eine Verbesserung der Bedingungen für den Radverkehr hin zu arbeiten.“ Als Entscheidungsgrundlage dient hierfür auch das am 02.04.2019 durch den Stadtrat Bitterfeld-Wolfen beschlossene Radverkehrskonzept. „Trotz der Verbesserung gibt es noch eine Reihe von Maßnahmen, die zur weiteren Verbesserung des Radverkehrs in der Stadt beitragen können und sollen“, so Hermann. Beispielhaft seien nur erwähnt der Neubau von ortsverbindenden Radwegen, zum Beispiel für die Pendler zwischen Sandersdorf-Brehna und dem Ortsteil Stadt Bitterfeld, der Ausbau des „Schwarzen Weges“ im Ortsteil Stadt Bitterfeld, Bordabsenkungen oder Markierungen von Radverkehrsanlagen. Nicht zuletzt sollen weitere moderne Radabstellanlagen im Stadtgebiet errichtet werden. Denn nach dem Test ist vor dem Test 2022. Und wer will denn schlechter werden?

Hintergrund: Der ADFC-Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ist der „Zufriedenheits-Index“ der Radfahrer in Deutschland. Fast 230.000 Radfahrer und Radfahrerinnen haben 2020 mitgemacht und die Radverkehrssituation in über 1.000 Orten bewertet. Per Fragebogen und via Internet haben sie beurteilt, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob die Radwege im Winter geräumt werden und ob sie sich sicher fühlen, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die Bewertung des Verkehrsklimas erfolgte anhand von 27 Fragestellungen, die auf einer Skala zwischen 1 und 6 ähnlich der Systematik von Schulnoten bewertet werden konnten. Die Ergebnisse geben Verkehrsplanern und politisch Verantwortlichen lebensnahe Rückmeldungen zum Erfolg ihrer Radverkehrsförderung und nützliche Hinweise für Verbesserungen. Die Untersuchung wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Der ADFC wird die detaillierten Ergebnisse in diesem Jahr am Mittwoch, den 21.04.2021 von 19:00 bis 20:30 Uhr in einer Online-Veranstaltung vorstellen. An der Veranstaltung teilnehmen werden Vertreter der Stadt Bitterfeld-Wolfen. Für diesen Zweck können alle Interessierten sich unter dessau@adfc-sachsenanhalt.de anmelden. Die Teilnahme wird per Video oder per Telefon möglich sein. Die Zugangsdaten werden zeitnah per E-Mail durch den ADFC übermittelt.
 

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