Festival Osten: Zeitzeugen gesucht .
Für das nächste Festival OSTEN vom 1. bis 16. Juni bringen die Fotografin Franziska Klose und der Hörfunkautor Lorenz Hoffmann Menschen aus Bitterfeld-Wolfen und dem Ruhrgebiet zusammen, die in der Industrie arbeiten oder gearbeitet haben. Mit ihrem Projekt AUF SCHICHT möchten sie den Austausch über gemeinsam erlebte Arbeitserfahrungen und Transformation anregen. Bis 31. März können sich Interessierte für eine Reise ins Ruhrgebiet anmelden. Das Ergebnis des Austauschs wird beim Festival als Bingo-Spiel präsentiert.
Das Ruhrgebiet hat, ähnlich wie die Region um Bitterfeld-Wolfen, in den vergangenen Jahrzehnten einen starken Wandel durchlebt und musste sich vielfach neu erfinden. Lange war Steinkohle hier der Motor der Industrie. Sie sorgte für Arbeit, zog Tausende in die Städte an Ruhr und Emscher. Mit ihr kamen Kokereien, Stahl- und Kraftwerke. Doch bereits in den 1960ern beginnt das Zechensterben – und ist trotz millionenschwerer Subventionen nicht aufzuhalten. Im Jahr 2018 holen Bergleute in Bottrop das letzte Stück Kohle aus der Erde und erklären den Steinkohle-Bergbau in Deutschland für beendet.
Welche Arbeitserfahrungen teilen Menschen aus Bitterfeld-Wolfen und dem Ruhrgebiet?
Bitterfeld-Wolfen und Witten im Ruhrgebiet verbindet seit 1990 eine Städtepartnerschaft. Wie blicken die Menschen in den beiden Industrieregionen auf die erlebten Umbrüche? Welche Arbeitserfahrungen haben sich eingeprägt? Was verbindet die Menschen miteinander? Diesen Fragen spüren Fotografin Franziska Klose und Hörfunkautor Lorenz Hoffmann in ihrem Projekt AUF SCHICHT für das nächste Festival OSTEN vom 1. bis 16. Juni nach. Gemeinsam mit Menschen, die in der Industrie arbeiten oder gearbeitet haben, möchten sie sich auf die Suche nach neuen Formen des Erzählens machen. „Wir möchten Entwicklungen untersuchen, die häufig nur regional betrachtet werden, obwohl sie strukturell bedingt sind und in Ost wie West auftauchen“, erklärt Klose die Idee.
Bis 31. März anmelden für Erfahrungsaustausch im Ruhrgebiet
In einem ersten Rechercheteil reisen Klose und Hoffmann mit Zeitzeug:innen aus Bitterfeld-Wolfen vom 2. bis 5. Mai ins Ruhrgebiet. „In Gesprächen mit Menschen aus dem Ruhrgebiet möchten wir mehr über die Arbeits- und Alltagserfahrungen der 1980er bis 2020er Jahre erfahren und auch frühere Arbeitsorte besichtigen“, erklären sie. Workshops sollen Gespräche über Arbeits- und Alltagswelt, Transformation, Produkte und Fabrikate anregen und den Blick auf gemeinsame und unterschiedliche Erfahrungen lenken. Wer sich einbringen möchte, kann sich bis zum 31. März über kontakt@kultur-park.de dafür anmelden.
Begegnung und Bilder-Bingo beim Festival im Juni in Bitterfeld-Wolfen
Eine besondere Rolle für das Projekt spielen Fotos: Welche Bilder visualisieren Arbeitserfahrungen und Umbrüche am besten? Bei der Begegnung im Ruhrgebiet sollen gemeinsam Aufnahmen ausgewählt werden. Sie bilden die Grundlage für ein Bilder-Bingo, das beim Festival-Auftakt am 1. und 2. Juni spielerisch zum Austausch einladen wird. Gemeinsam mit den Zeitzeug:innen aus dem Ruhrgebiet, die dafür nach Wolfen reisen, und dem Festivalpublikum soll gerätselt werden, ob es sich bei den gezeigten Aufnahmen zum Beispiel um Wolfen oder Witten handelt. „Wir haben das Spielformat Bingo ausgewählt, weil es einerseits so niedrigschwellig ist und andererseits ein Glückspiel – so wie Erwerbsarbeit in Zeiten von Strukturwandel zum Glücksfall werden kann“, erklärt Hoffmann das Format. Klose und Hoffmann möchten damit den Austausch über Arbeits- und Lebenserfahrungen anregen.
Arbeitserfahrungen bereits Thema im Audiowalk für das erste Festival OSTEN
Bereits beim ersten Festival OSTEN in 2022 haben sich Klose und Hoffmann für den Audiowalk SCHICHTEN / SHIFTS intensiv mit der Industriegeschichte in Bitterfeld-Wolfen und den Spuren der Arbeit auseinandergesetzt. An 18 Hörstationen beschreiben ehemalige Arbeiter:innen der Braunkohle- und Chemieindustrie ihren Alltag in der DDR, die Zeit der Wende, Deindustrialisierung und Transformation. Die Stadt Bitterfeld-Wolfen hat den Audiowalk nach dem Festival in ihr Tourismuskonzept übernommen, die Hörstationen können ganzjährig abgelaufen werden.
Kulturschaffende und Zivilgesellschaft vernetzen, Strukturen aufbauen
Das Kunst-Festival OSTEN versammelt interdisziplinäre und internationale künstlerische Perspektiven auf die Umbrüche in Ostdeutschland sowie in anderen ehemals sozialistischen Ländern – und lädt ein, am Beispiel der Stadt Bitterfeld-Wolfen darüber ins Gespräch zu kommen. Mehr als 60 Künstler:innen und 150 Studierende sowie ein breites Netzwerk aus fast 30 Kulturinstitutionen haben sich an der ersten Auflage in 2022 beteiligt. Rund 5.000 Besucher:innen haben damals die Chance genutzt, Bitterfeld-Wolfen aus künstlerischer Perspektive (neu) zu entdecken.
Das Festival ist eine Initiative des Kulturpark e.V., der Kulturschaffende und Zivilgesellschaft in der Region vernetzen und kulturelle Strukturen aufbauen will, wo die Grunderfahrung seit der Wiedervereinigung vielfach die des Rückbaus und der Schließung von Kultur ist. Der Vereinsvorstand Aljoscha Begrich, Christine Leyerle und Ludwig Haugk, der die erste Ausgabe künstlerisch geleitet hat, verantwortet und trägt das Festival auch in 2024 weiter.
Das Ruhrgebiet hat, ähnlich wie die Region um Bitterfeld-Wolfen, in den vergangenen Jahrzehnten einen starken Wandel durchlebt und musste sich vielfach neu erfinden. Lange war Steinkohle hier der Motor der Industrie. Sie sorgte für Arbeit, zog Tausende in die Städte an Ruhr und Emscher. Mit ihr kamen Kokereien, Stahl- und Kraftwerke. Doch bereits in den 1960ern beginnt das Zechensterben – und ist trotz millionenschwerer Subventionen nicht aufzuhalten. Im Jahr 2018 holen Bergleute in Bottrop das letzte Stück Kohle aus der Erde und erklären den Steinkohle-Bergbau in Deutschland für beendet.
Welche Arbeitserfahrungen teilen Menschen aus Bitterfeld-Wolfen und dem Ruhrgebiet?
Bitterfeld-Wolfen und Witten im Ruhrgebiet verbindet seit 1990 eine Städtepartnerschaft. Wie blicken die Menschen in den beiden Industrieregionen auf die erlebten Umbrüche? Welche Arbeitserfahrungen haben sich eingeprägt? Was verbindet die Menschen miteinander? Diesen Fragen spüren Fotografin Franziska Klose und Hörfunkautor Lorenz Hoffmann in ihrem Projekt AUF SCHICHT für das nächste Festival OSTEN vom 1. bis 16. Juni nach. Gemeinsam mit Menschen, die in der Industrie arbeiten oder gearbeitet haben, möchten sie sich auf die Suche nach neuen Formen des Erzählens machen. „Wir möchten Entwicklungen untersuchen, die häufig nur regional betrachtet werden, obwohl sie strukturell bedingt sind und in Ost wie West auftauchen“, erklärt Klose die Idee.
Bis 31. März anmelden für Erfahrungsaustausch im Ruhrgebiet
In einem ersten Rechercheteil reisen Klose und Hoffmann mit Zeitzeug:innen aus Bitterfeld-Wolfen vom 2. bis 5. Mai ins Ruhrgebiet. „In Gesprächen mit Menschen aus dem Ruhrgebiet möchten wir mehr über die Arbeits- und Alltagserfahrungen der 1980er bis 2020er Jahre erfahren und auch frühere Arbeitsorte besichtigen“, erklären sie. Workshops sollen Gespräche über Arbeits- und Alltagswelt, Transformation, Produkte und Fabrikate anregen und den Blick auf gemeinsame und unterschiedliche Erfahrungen lenken. Wer sich einbringen möchte, kann sich bis zum 31. März über kontakt@kultur-park.de dafür anmelden.
Begegnung und Bilder-Bingo beim Festival im Juni in Bitterfeld-Wolfen
Eine besondere Rolle für das Projekt spielen Fotos: Welche Bilder visualisieren Arbeitserfahrungen und Umbrüche am besten? Bei der Begegnung im Ruhrgebiet sollen gemeinsam Aufnahmen ausgewählt werden. Sie bilden die Grundlage für ein Bilder-Bingo, das beim Festival-Auftakt am 1. und 2. Juni spielerisch zum Austausch einladen wird. Gemeinsam mit den Zeitzeug:innen aus dem Ruhrgebiet, die dafür nach Wolfen reisen, und dem Festivalpublikum soll gerätselt werden, ob es sich bei den gezeigten Aufnahmen zum Beispiel um Wolfen oder Witten handelt. „Wir haben das Spielformat Bingo ausgewählt, weil es einerseits so niedrigschwellig ist und andererseits ein Glückspiel – so wie Erwerbsarbeit in Zeiten von Strukturwandel zum Glücksfall werden kann“, erklärt Hoffmann das Format. Klose und Hoffmann möchten damit den Austausch über Arbeits- und Lebenserfahrungen anregen.
Arbeitserfahrungen bereits Thema im Audiowalk für das erste Festival OSTEN
Bereits beim ersten Festival OSTEN in 2022 haben sich Klose und Hoffmann für den Audiowalk SCHICHTEN / SHIFTS intensiv mit der Industriegeschichte in Bitterfeld-Wolfen und den Spuren der Arbeit auseinandergesetzt. An 18 Hörstationen beschreiben ehemalige Arbeiter:innen der Braunkohle- und Chemieindustrie ihren Alltag in der DDR, die Zeit der Wende, Deindustrialisierung und Transformation. Die Stadt Bitterfeld-Wolfen hat den Audiowalk nach dem Festival in ihr Tourismuskonzept übernommen, die Hörstationen können ganzjährig abgelaufen werden.
Kulturschaffende und Zivilgesellschaft vernetzen, Strukturen aufbauen
Das Kunst-Festival OSTEN versammelt interdisziplinäre und internationale künstlerische Perspektiven auf die Umbrüche in Ostdeutschland sowie in anderen ehemals sozialistischen Ländern – und lädt ein, am Beispiel der Stadt Bitterfeld-Wolfen darüber ins Gespräch zu kommen. Mehr als 60 Künstler:innen und 150 Studierende sowie ein breites Netzwerk aus fast 30 Kulturinstitutionen haben sich an der ersten Auflage in 2022 beteiligt. Rund 5.000 Besucher:innen haben damals die Chance genutzt, Bitterfeld-Wolfen aus künstlerischer Perspektive (neu) zu entdecken.
Das Festival ist eine Initiative des Kulturpark e.V., der Kulturschaffende und Zivilgesellschaft in der Region vernetzen und kulturelle Strukturen aufbauen will, wo die Grunderfahrung seit der Wiedervereinigung vielfach die des Rückbaus und der Schließung von Kultur ist. Der Vereinsvorstand Aljoscha Begrich, Christine Leyerle und Ludwig Haugk, der die erste Ausgabe künstlerisch geleitet hat, verantwortet und trägt das Festival auch in 2024 weiter.