Einwilligung zu Cookies & Daten


Wir verwenden Cookies, um die einwandfreie Funktion der Website zu gewährleisten und unseren Datenverkehr zu analysieren. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bedeutende Einführung des Frauenwahlrechts in Bitterfeld .

Der internationale Frauentag am 8. März steht für den Kampf um Gleichberechtigung und die Rechte von Frauen. Dieser „Weltfrauentag“ oder „Frauentag“ wurde als „Welttag“ auf Initiative sozial fortschrittlicher Organisationen in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg unter maßgeblicher Federführung der Frauenrechtlerin Clara Zetkin ins Leben gerufen und am 19. März 1911 erstmals begangen. Durch den Beschluss der 2. Internationalen Konferenz Kommunistischer Frauen in Moskau wurde das Datum endgültig auf den 8. März festgelegt.

Diese Zeit war jedoch auch von weiteren geschichtsrelevanten Ereignissen geprägt: Mit dem Einführungsdatum des Frauenwahlrechts in Deutschland am 12. November 1918 wurde ein langer Weg des Kampfes um dieses Recht beendet. Dennoch blieben Vorbehalte gegenüber kommunalpolitisch oder parlamentarisch aktiven Frauen bestehen und sind auch heute zum Teil noch nicht überwunden.

Bei der ersten Wahl nach Einführung des Wahlrechtes für Frauen, der Stadtverordnetenversammlung in Bitterfeld am 23. Februar 1919, wurden fünf Listen aufgestellt. Diese wurden unter den Namen bekannter Persönlichkeiten veröffentlicht.
Von den nachweislich 101 Kandidatinnen und Kandidaten haben sich erstmals in der Geschichte der Bitterfelder Stadtverordnetenversammlung acht Frauen um ein Mandat beworben. Das bedeutete einen Frauenanteil von 7,9 Prozent.
In der 1. Sitzung des Stadtrates wurde am 4. März 1919 protokolliert, dass 26 Stadträte anwesend waren und sich 2 Frauen darunter befanden. Vier Stadträte fehlten entschuldigt. Bei 30 Sitzen im damaligen Bitterfelder Stadtrat ergab sich ein Frauenanteil von 6,7 Prozent.

Am selben Abend wurden die Mitglieder des Stadtrates in Kommissionen (heute Ausschüsse) gewählt. Marta Lamscha wurde in die Armenkommission und in die Kommission für die Verwaltung der Kleinkinderbewahranstalt gewählt und Emilie Prange beteiligte sich in der Gesundheitskommission und in der Kommission für Gartenbau und Anlagen.

Als Mitglieder in der Kommission für die Verwaltung der Kleinkinderbewahranstalt werden auch Namen von Frauen genannt, die heute als „sachkundige Einwohnerinnen“ bezeichnet werden würden.

Mit den Abgeordneten Marta Lamscha und Emilie Prange hat Bitterfeld zwei Töchter der Stadt, deren Tätigkeiten nur ein Anfang gewesen sind.

Verfasser: Wolfgang Kutz
Quelle des Foto: Ausschnitt Bitterfelder Kreisblatt vom 02.02.1919, Wahlvorschlagsliste von Dey
Bedeutende Einführung des Frauenwahlrechts in Bitterfeld

Das ist bitterfeld-wolfen.de

Das virtuelle Rathaus der Stadt Bitterfeld-Wolfen ist für alle BürgerInnen 24 Stunden am Tag geöffnet. Hier finden Sie Informationen zu städtischen Dienstleistungen und Onlineservices, die Sie bequem von zu Hause aus erledigen können. Hier erhalten Sie aber auch Informationen über das Stadtleben in Bitterfeld-Wolfen, von Kultur bis Natur, über die Arbeit der Ratsgremien - alles aktuell und schnell auffindbar.