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Ortsteil Stadt Wolfen.

Es wird angenommen, dass der Ortsname Wolfen sich auf den Vornamen des Gründers bezieht.
Wolfen ist in der Schreibweise Wulffen in einer Lehensurkunde, um 1400 und damit sehr spät das erste Mal genannt. Die archäologischen Funde weisen die Gründung Wolfens in die Mitte des 12. Jahrhunderts und damit in die Hauptperiode der Deutschen Landnahme. In dieser Zeit ist die Ortsnamensgebung mit einem Personennamen im Vorderglied datiert. Es ist somit anzunehmen, das der Gründer Wolfens einen Personennamen trug der mit Wolf beginnt. Entsprechend der damals in unserem Heimatraum gesprochenen sächsisch niederdeutschen Mundart wird er mit "Wulff" angelautet haben.

Der Ortsname hat im Laufe der Jahrhunderte eine Reihe von Wandlungen durchgemacht: 1400-1450
Wulffen, 1482, 1485, 1492 Wulfen, dann hieß es 1522 und 1523 Wolffemargk, 1524, 1534, 1535 und 1540 Wolffemarck , 1550 Wolffersdorf und von 1555 bis ins 19. Jahrhundert Wollfen, schließlich wurde der Name nur noch in der heutigen Schreibweise mit einem "f" geschrieben.

Bis 1700 wird Wolfen mit seiner Gemarkung mehrmals vererbt, verkauft und immer wieder neu belehnt. 1846 entdecken die Brüder Birkner Braunkohle. Es entsteht die Grube Johannes, die heute als "Silbersee" zum ökologischen Wallfahrtsort wurde.

1895 hält mit dem Bau der Farbenfabrik Agfa die Chemie ihren Einzug in Wolfen. 1910 werden die ersten
Produktionsanlagen von Kinefilm in Betrieb genommen. 1937 und 1938 bekommen Wissenschaftler der IG Farbenindustrie AG auf den Weltausstellungen den Grand Prix: Für den ersten Mehrschichtfarbfilm Dr. Schneider sowie für die Entwicklung der ersten synthetischen Faser der Welt, Dr. Huber.

1941 erfolgt die Uraufführung des 1. abendfüllenden, auf Agfacolor gedrehten Spielfilm mit der legendären Marika Rökk, "Frauen sind doch bessere Diplomaten". 1958 erhält Wolfen das Recht, die Bezeichnung "Stadt Wolfen" zu führen.

Die Ortsteile Steinfurth (1961), Reuden an der Fuhne (1993) sowie Rödgen und Zschepkau (2004) kommen
zu Wolfen.

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